Trumps Krieg gegen Venezuela, NATO-Krieg in der Ukraine gegen Russland, Völkermord in Gaza, Bomben auf Iran: Der Krieg wird verallgemeinert
In einer Nacht- und Nebelaktion ließ Trump die Hauptstadt Venezuelas Caracas und die Bundesstaaten Miranda, Aragua und La Guaira bombardieren. Präsident Maduro und seine Frau wurden nach New York entführt.
Diese Willkürakte bekräftigen nur eins: Trump steht für Diktatur und Barbarei nach innen wie außen.
Doch dieser beispiellose Gewaltstreich ist kein Ausdruck der Stärke. Der US-Imperialismus befindet sich in einer tiefen Verfallskrise. Trump selbst ist in den USA mit wachsender Ablehnung konfrontiert ist, was sich auch im Prostest gegen die Militärintervention in Venezuela äußert: Laut einer von der Agentur Reuters veröffentlichten Umfrage unterstützen nur 21% der Amerikaner den Militäreinsatz gegen Venezuela!
Trump lässt keinen Zweifel aufkommen, die USA wollen Venezuela kontrollieren, das über die größten Ölreserven der Welt verfügt, die verstaatlichte Erdölindustrie wieder privatisieren und für US-Konzerne aneignen.
Dem US-Imperialismus geht es um die Kontrolle der gesamten „westlichen Hemisphäre“ und die Beendigung des Einflusses von Russland und China darin. Aber es geht um noch mehr: Die Militärintervention ist Teil der Verallgemeinerung des weltweiten Kriegs.
Darauf weisen die Drohungen Trumps gegen Kolumbien, Kuba, Grönland… hin. Selbst Kanada will er seinem „Reich“ einverleiben. Kurz zuvor empfängt Trump auf seiner Silvesterparty Netanjahu ehrenvoll, der den gesamten Gazastreifen dem Erdboden gleichgemacht, seine palästinensischen Bewohner der Ausrottung ausliefert und die Palästinenser aus dem Westjordanland vertreiben will (ethnische Säuberung).
Die Reaktionen auf Trumps Staatsterrorismus durch die europäischen Regierungen und die EU, ihre unterwürfige, verständnisvolle, wenn auch zögerliche Unterstützung, sind ein weiteres Beispiel für ihre bedingungslose Unterwerfung unter das Diktat des US-Imperialismus und seiner US-Tech-Konzerne und der Finanzinvestoren, wie BlackRock. Schließlich haben sie die Wahl von Maduro als „verfassungsmäßigen Präsidenten“ in Venezuela nie anerkannt und die Hass-Kampagne, sowie die verbrecherische US-Sanktionspolitik, den Wirtschaftskrieg gegen Venezuela immer offen unterstützt.
In einem englischsprachigen Beitrag bei X sprach Bundeskanzler Merz, Komplize des Genozid-Krieges von Trump/Netanjahu, davon, dass das Völkerrecht nur „the guiding framework“ sei, also so etwas wie eine Leitplanke. Ein Rahmen, aber „kein Käfig“ (SZ, 5.01.2026). Das unveräußerliche Recht auf nationale Souveränität, Grundlage für Demokratie, wird mit der Unterstützung der Kriegspolitik Trumps aufgekündigt.
Linken-Partei-Kovorsitzender Jan van Aken sprach von „Staatsterrorismus“ durch die USA und forderte EU-Maßnahmen dagegen: „Wer Putin sanktioniert, muss auch Trump sanktionieren.“ Der Löwe hat gebrüllt und es kling besonders radikal. In Wirklichkeit ist seine Position besonders reaktionär. van Aken leugnet, dass es die NATO unter der Führung des US-Imperialismus war, die den Ukraine-Krieg langfristig provoziert hat. Und er legitimiert ausdrücklich die Sanktionen gegen Russland, Sanktionen, die Teil des Wirtschaftskrieges der USA gegen die Industrie in Europa und insbesondere gegen Deutschland sind, eines Wirtschaftskrieges, der die Deindustrialisierung vorangetrieben hat.
Erinnert sei hier nur kurz an die NATO-Osterweiterung und den Versuch der USA und der EU über das Assoziierungsabkommen die Ukraine in die EU zu integrieren. Schon 2014 warnte Altkanzler Helmut Schmidt anlässlich solcher Maßnahmen vor einem Weg in den „dritten Weltkrieg“. Alles vergessen?
Das BSW verurteilt den Völkerrechtsbruch und Akt der Aggression, um durch einen Regime Change eine Marionettenregierung zu installieren. Am 5. Januar rief das BSW zum Protest vor der US-Botschaft auf. Es organisiert und unterstützt solidarisch Protestaktionen in verschiedenen anderen Städten.
Weltweit gab es Proteste gegen den erneuten Gewaltakt Trumps. In mehr als 75 Städten in den Vereinigten Staaten gab es Demonstrationen noch am gleichen Tag, in Brasilien und in der Karibik, in zahlreichen Ländern Europas und auch in Deutschland, besonders von den Organisationen, die an der internationalen Kundgebung gegen den Krieg am 5. Oktober in Paris teilgenommen haben. Sie rufen dazu auf, Widerstand zu leisten und sich zu organisieren, um das venezolanische Volk gegen Trump und seine Unterstützer zu verteidigen: Das bedeutet, alle Völker gegen die Barbarei zu verteidigen.
In den Medien weltweit wird der Widerstand gegen Trumps Angriff auf Venezuela weitgehend verschwiegen, umso wichtiger ist die Stimme der Kollegen aus Venezuela selbst: Arbeiter, Gewerkschaftsaktivisten, nationale Verbände des Bolivarischen Arbeiterbundes und die arbeitende Bevölkerung im Allgemeinen, die sich im Autonomen und Unabhängigen Arbeiterkomitee (CAIT) zusammengeschlossen haben, rufen die Arbeiter und ihre Organisationen, die Völker der Welt auf „zu einem Mobilisierungstag gegen den US-Imperialismus, vertreten durch Trump, in Solidarität mit unserer Nation und dem venezolanischen Volk”.
Das ist der Weg, Trump zu stoppen!
Gotthard Krupp, Carla Boulboullé
11. Januar 2026
Veröffentlicht in der Zeitschrift Soziale Politik & Demokratie Nr. 542 vom 15. Januar 2026